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Russische und Rumänische Kirche Andere Kirchen Stiftskirche Friedhof

Im Bereich Kirchen kann man Baden-Baden als "Stadt des Europäischen Glaubens im 19. Jahrhundert" bezeichnen, es ist wirklich interessant, was der eine oder andere Kurgast so mitbrachte.

Stiftskirche
Im Jahre 987 erfolgte die Erstnennung der damals vermutlich noch kleinen Ortskirche in einer Urkunde Otto III. (983-1002) an den Grafen Managold. Markgraf Hermann V. von Baden (1190-1243) ließ um 1200 eine dreischiffige romanische Kirche erbauen, von der noch viereinhalb Stockwerke des wuchtigen romanischen Turmsockels mit lombardischen Zierformen erhalten sind, sowie im Untergeschoss die ehemalige quadratische Eingangshalle jenes romanischen Gotteshauses. Die Patrone waren St. Peter und St. Paul.
1452-1477 vergrößerte man die Kirche im gotischen Stil, da sie Grablege der Markgrafen von Baden werden sollte.
Gotisch ist auch das Steinkreuz des Nicolaus Gehaert von Leyden aus dem Jahre 1467. Als ehemaliges Friedhofskreuz ursprünglich neben der Spitalkirche, steht es seit 1967 im Zentrum des Chores. Erwähnenswert ist auch die Madonnenskulptur von 1500 in der Marienkapelle.
Im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688-1697) wurde die Kirche 1689 mit ihren elf gotischen Altären und der Orgel völlig niedergebrannt.
Erst 1751 konnte Johann Ernst Rohrer das Langhaus wieder eindecken, während sein Vater, schon 1712-1714 dem Turm eine Barocke "welsche" Haube aufgesetzt hatte. Das Mittelschiff wurde in reichen barocken Still stukkatiert. Hochaltar, Kirchengestühl und Orgelempore gestaltete der Rastatter Hofschreiner Ludwig Eigler.
1866-67 wurde die barocke Ausstattung zugunsten einer Neugotisierung der Kirche aufgegeben.1953-1956 wurde das Gotteshaus mit modernen Kirchenfenster von Willy Oeser ausgestattet, den Marienzyklus darstellend. Da die Kirche auf unsicherem Schieferuntergrung steht, musste 1967-1988 eine umfassende Sanierung der Bausubstanz erfolgen.
(Auszug aus dem Buch "Baden-Baden Begleiter durch die Stadt und Umland" Arbeitskreis für Stadtgeschichte der Stadt Baden-Baden e.V.)
 
Evangelische Stadtkirche
 
Mit ihrer neugotischen Doppelturmfassade schließt die Evangelische Stadtkirche den südöstlichen Teil des Augustplatzes ab und gilt als eines der Wahrzeichen Baden-Badens. Bis zur Realisierung dieser Kirche musste ein langer Weg zurück gelegt werden.
1812 baten die inzwischen wieder zugelassenen evangelischen Bürger um die Einrichtung eines Gotteshauses. Am 9.September 1855 war Grundsteinlegung. Doch schon bald stellte sich heraus, dass die Spenden mit den Baukosten nicht Schritt hielten. Unter den engagierten Pfarrer Adolf Magnus Hansen,  die poltische Ereignisse und Ehe des Großherzogs Friedrich I. mit Prinzessin Luise von Preußen sorgten bald für eine preußenfreundliche Stimmung. Kurgäste aus dem protestantischen Preußen ließen nicht lange auf sich warten- sie spendeten großzügig für den Bau.
(Auszug aus dem Buch "Baden-Baden Begleiter durch die Stadt und Umland" Arbeitskreis für Stadtgeschichte der Stadt Baden-Baden e.V.)
 
Russische Kirche
Im 19. Jahrhundert waren die Beziehungen zwischen Baden-Baden und Russland sehr eng, viele einflussreiche Einwohner und Gäste Baden-Badens in dieser Zeit waren russischer Herkunft. Die Heirat des Prinzen Wilhelm von Baden mit der Tochter des Zaren Alexander II ermöglichte es schließlich, eine eigene russische Kirche im byzantinischen Stil zu errichten. Der Architekt Wladimir Potemkin setzte das Vorhaben 1880-82 um.
(Auszug aus dem : Baden-Baden zum Kennenlernen- Ein  Reise und Stadtführer" Aquensis Verlag)
 
Stourdza-Kapelle
 
Den Michaelsberg krönt die in den Jahren 1864-66 errichtete Stourdza-Kapelle, ein Werk des Münchner Architekten Leo von Klenze, das von seinem Schüler Georg von Dollmann vollendet wurde. Der spätklassizistischen Bau in zweifarbenem Sandstein, den eine 24 Meter hohe Kuppel überragt, wurde von Fürst Michael Stourdza als Grabkapelle für seinen Sohn Prinz Michael errichtet. Der Fürst setzte als Regent der Moldau, eines Fürstentums, das das heutige nördliche Rumänien und Teile des heutigen Moldawien umfasste, ganz auf die russische Karte, bereicherte sich an seinen Untertanen, die ihn verjagten, worauf der Zar ihn fallen ließ. Der gestürzte Balkanpotentat ließ sich in Frankreich und Italien nieder. Sein Baden-Badener Sommerpalais am Augustplatz wurde 1955 abgerissen. Vom Park um das Palais hat sich die riesige Platane vor dem Eingang zum Medien-Centrum  (Augustplatz 8) erhalten
(Auszug aus dem: "Parkführer Baden-Baden" Stadtverwaltung Baden-Baden Gartenamt)
 
Englische Kirche (Evangelisch-Lutherische Kirche)
 
Gegenüber dem Gausplatz steht in einem kleinen Park die Englische Kirche, heute Evangelisch-Lutherische Kirche aus dem Jahr 1867. Bauherr war die seinerzeit stark vertretene englische Gemeinde in Baden. Mit Hilfe zahlreicher Spender, berühmter Persönlichkeiten wie Lord Augustus Loftus, Königin Victoria von England, dem deutschen Kaiserpaar Wilhelm und Augusta von Preußen sowie dem badischen Fürstenhaus.
Eine lustige Episode aus dem Kirchenleben ist vom amerikanischen Schriftsteller Mark Twain überliefert. Im Gottesdienst saß vor Mister Twain eine einfach gekleidete ältere Dame. Sie wirkte sehr unsicher und bescheiden auf ihn. Als sie dann noch ein goldenes Zwanzigmarkstück in die Kollekte legte, überkam ihm grenzenloses Mitgefühl- ihr ganzes Vermögen musste sie gegeben haben.  Um ihr eine Freude zu bereiten, beschloss er spontan , sie nach den Gottesdienst in seiner feinen Kutsche nach Hause zu bringen. Wie groß war Twains Erstaunen, als sich zum Schluss die Gläubigen erhoben und keiner den Gang betrat, bevor die alte Frau würdevollen Schrittes das Portal erreicht hatte. Es war die deutsche Kaiserin Augusta, eine der großzügigsten Gönnerrinnen der englischen Gemeinde.
(Auszug aus dem Buch "Baden-Baden Begleiter durch die Stadt und Umland" Arbeitskreis für Stadtgeschichte der Stadt Baden-Baden e.V.)
 
Synagoge
 
1919 wurde das jüdische Hotel Tannenhäuser von der Rettigstraße zum "Sonnenhof" verlegt. Nur wenige Schritte entfernt, in der Stephaniestraße 3, stand die jüdische Synagoge. Es war sehr praktisch für die Synagogendiener, fehlte es bei den Gottesdiensten an den vorgeschriebenen Zahl von zehn Männern, so eilte sie flugs in die Hotels, um weitere Gläubige herbeizuholen. Die Synagoge fiel 1938 den Pogromen der sogenannten Reichskristallnacht durch Brandstiftung zum Opfer 
(Auszug aus dem Buch "Baden-Baden Begleiter durch die Stadt und Umland" Arbeitskreis für Stadtgeschichte der Stadt Baden-Baden e.V.)

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